Schornsteinfeger in Wolfsburg: Aufgaben, Termine und Pflichten
Der Schornsteinfeger kehrt nicht nur, er prüft: Er kontrolliert Abgaswege auf Zustand und Durchgängigkeit, nimmt Messungen an Feuerstätten vor, achtet auf Brandsicherheit und dokumentiert, was er vorgefunden hat. Welche dieser Arbeiten bei Ihnen anfallen und in welchem Rhythmus, hängt von Ihrer Anlage ab, nicht von einem allgemeinen Kalender. Wer das weiß, kann Termine vorbereiten, statt sie über sich ergehen zu lassen.
Welche Aufgaben hat ein Schornsteinfeger heute?
Das Bild vom rußigen Handwerker mit der Bürste beschreibt nur noch einen Teil des Berufs. Gekehrt wird dort, wo mit festen Brennstoffen geheizt wird und sich tatsächlich Ablagerungen bilden. Daneben steht die Prüfung: Sind die Abgaswege dicht und frei, sitzen die Anschlüsse richtig, stimmen die Abstände zu brennbaren Bauteilen, ist die Verbrennungsluft gesichert. Ein weiterer Teil ist die Messung an bestimmten Feuerstätten, bei der es darum geht, ob eine Anlage sauber verbrennt. Hinzu kommt die Beratung, die im Alltag oft am wertvollsten ist: Wer eine neue Heizung plant, einen Ofen einbauen möchte oder unsicher ist, ob eine Anlage noch betrieben werden darf, bekommt hier eine fachliche Einschätzung, bevor Geld ausgegeben wird. Und schließlich die Dokumentation. Was geprüft wurde und mit welchem Ergebnis, wird festgehalten, und diese Unterlagen brauchen Sie später, etwa bei einem Verkauf oder wenn eine Anlage erweitert wird.
Was hängt von der Art Ihrer Feuerstätte ab?
Sehr viel, und das ist der Grund, warum pauschale Aussagen hier selten stimmen. Ein Haus mit einem Holzofen hat andere Arbeiten zu erwarten als eines mit einer modernen Heizung ohne festen Brennstoff. Ein zusätzlicher Kaminofen im Wohnzimmer verändert die Lage ebenso wie ein stillgelegter Schornstein, der nicht mehr genutzt, aber auch nicht zurückgebaut wurde. Welche Arbeiten in welchem Abstand tatsächlich anstehen, richtet sich nach der Anlage und den geltenden Regeln, und die zuständige Stelle gibt Ihnen dazu verbindlich Auskunft. Verlassen Sie sich nicht auf das, was im Nachbarhaus gilt, auch wenn das Haus baugleich ist: Sobald jemand einen Ofen nachgerüstet oder die Heizung getauscht hat, gelten für ihn andere Punkte. Was Sie selbst tun können, ist Ordnung zu halten: Notieren Sie, was in Ihrem Haus an Feuerstätten vorhanden ist, was davon genutzt wird und was seit Jahren stillsteht. Diese Liste beantwortet die meisten Fragen schon am Anfang des Termins.
Wie bereiten Sie einen Termin vor?
Ein Termin wird angekündigt, und die Vorbereitung dauert selten länger als eine halbe Stunde. Sie entscheidet aber darüber, ob der Besuch in einem Durchgang erledigt ist oder ob jemand noch einmal kommen muss.
- Zugang zu allen Feuerstätten freiräumen, auch im Keller und auf dem Dachboden
- Reinigungsöffnungen zugänglich machen, nicht zustellen oder verkleiden
- Den Zugang zum Dach klären, falls er gebraucht wird
- Anlagen abkühlen lassen, also am Terminmorgen nicht mehr anheizen
- Unterlagen der letzten Termine und der Anlage bereitlegen
- Fragen aufschreiben, die Sie ohnehin klären wollten
Der letzte Punkt lohnt sich besonders. Wer ohnehin über einen Ofen, eine neue Heizung oder den Rückbau eines alten Schornsteins nachdenkt, hat hier jemanden im Haus, der die Anlage kennt und der eine Einschätzung geben kann, bevor der erste Betrieb ein Angebot rechnet.
Welche Pflichten treffen Sie als Eigentümer oder Mieter?
Die wichtigste Pflicht ist die einfachste: Zugang gewähren. Wer einen angekündigten Termin nicht ermöglicht, verschiebt das Problem und in der Regel auch die Kosten, denn ein zweiter Anlauf ist Aufwand. Die zweite Pflicht ist die Meldung von Veränderungen. Wenn eine Feuerstätte neu eingebaut, verändert oder stillgelegt wird, ist das kein privates Detail, sondern eine Änderung, die bekannt sein muss. Die dritte ist der ordnungsgemäße Betrieb: richtiger Brennstoff, keine improvisierten Anschlüsse, keine zugestellten Öffnungen. Zwischen Eigentümer und Mieter ist die Verteilung dieser Pflichten eine Frage des Vertrags und der Lage vor Ort, und im Zweifel gibt Ihnen die zuständige Stelle Auskunft, wer wofür einzustehen hat. Ein Punkt gehört ausdrücklich dazu: Wo mit Verbrennung geheizt wird, ist Kohlenmonoxid ein ernstes Thema, und es ist geruchlos. Nehmen Sie deshalb Hinweise auf schlechten Zug oder auf Auffälligkeiten an der Anlage nicht auf die leichte Schulter, sondern lassen Sie sie prüfen.
Was Sie mitnehmen sollten
Was in Ihrem Haus tatsächlich ansteht, hängt an Ihrer Anlage und nicht an einer allgemeinen Regel, und die zuständige Stelle gibt darüber verbindlich Auskunft. Bereiten Sie den Termin so vor, dass alles zugänglich ist, und nutzen Sie ihn für die Fragen, die Sie ohnehin haben. Und melden Sie jede Veränderung an einer Feuerstätte, statt sie stillschweigend zu machen.